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Was haben Kugellager mit der Faszination des Fahrradfahrens zu tun?

Auf den ersten Blick nichts. Deshalb ein kurzer Ausflug in die Vergangenheit:

Fahrräder waren der erste große Einsatzzweck von Kugellagern. Autos gab es damals noch nicht und Kutschen waren gleitgelagert. Bei den Kutschen waren Gleitlager an den Rädern völlig ausreichend, weil man ja nicht selbst schieben oder ziehen mußte. Ging es nicht schnell genug, ließ der Edelmann kurz die Peitsche über den sechs weißen Rössern (der Bauer: über dem einen Ochsen) knallen und es ging schneller. Beim Fahrrad allerdings mußte man alle Energie selbst aufbringen und spürte schwergängige Lager deutlich. Nicht zu vernachlässigen ist auch die damalige Benutzerstruktur: Die ersten Fahrräder waren ja reine Sport- und Freizeitgeräte der gehobenen Schichten. Und die konnten die teuren Kugellager auch bezahlen, denn natürlich hat auch die Verwendung mehrerer Kugellager zum hohen Preis der Fahrräder beigetragen. Allerdings machte (und macht) der besonders leichte Lauf einen erheblichen Teil der Faszination Fahrrad aus: Man war mit wenig Kraft sehr schnell, man kam vergleichsweise weit herum und war in der damaligen technikbegeisterten Zeit einfach auch modern. Das alles auch Gründe, warum Fahrräder auch für fortschrittliche Frauen sehr interessant und in gewisser Weise auch befreiend waren.

Diese Faszination Fahrrad besteht heutzutage natürlich immer noch, auch wenn man sie manchmal neu entdecken muß. Zu sehr dominiert als Transportmittel heute das Auto, und natürlich kann auch das Spaß machen. Aber wohl kaum jemand kann sich den dynamisch sirrenden Speichen in einer sich präzise abwechselnden Rennradgruppe, dem klaren Panoramablick nach dem langen Anstieg einer Mountainbiketour oder der Ruhe einer Radtour ins Grüne mit Familie und Picknickkorb an einem Wochenende im Mai entziehen. Nur eben, wie gesagt, muß man diese Faszination Fahrrad manchmal neu entdecken, aber dann wird sie um eine besondere Komponente erweitert: Der Komponente des Schlichten und Einfachen, die man aus der Kindkeit und Jugend kennt, die aber in der schnellen, arbeitsreichen und lauten Welt im Laufe der Jahre etwas untergegangen ist. Denn trotz der fortschrittlichen Technik heutiger Fahrräder mit Federungen, guten Schaltungen und sicheren Bremsen vermitteln sie vor allem das direkte und ungefilterte Erleben der Umwelt und des eigenen Körpers.

Und dazu tragen auch heute Kugellager ganz erheblich bei. Zur Verbesserung der Leichtgängigkeit sind sogar Schalthebel und Bremsen teilweise mit Kugellagern ausgestattet. Auch die Lagerstellen gefederter Rahmen sind mittlerweile überwiegend kugelgelagert, obwohl sich diese Lagerungen nur ein paar Grad drehen. Auch das in erster Linie um die Federung noch leichtgängiger und besser ansprechend zu machen, aber es hat noch einen anderen Grund: Kugellager lassen sich so einstellen, daß sie kein Spiel haben und trotzdem leicht laufen. Denn Spiel haben bedeutet Wackeln und Klappern und es gibt außer Gegenwind und Regen kaum etwas, was das Radfahren mehr verleiden kann, als wenn irgendwas klappert.

Und deshalb sind Kugellager für die Faszination des Radfahrens so wichtig.

 

 

 

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